El Hierro – 27.01. bis 03.02.2020

Der Plan, nach El Hierro zu fliegen, entstand aus dem Wunsch, eine unbekannte Region bei möglichst gutem Wetter und in akzeptabler Entfernung mitten im Winter zu erkunden. Die kanarischen Inseln bieten sich in dieser Hinsicht also bereits an. Die Teilnahme am echten Massentourismus sollte es dann aber auch nicht sein, sodass nach guten Informationen die Wahl auf die kleinste, allgemein nahezu unbekannte der kanarischen Inseln, El Hierro fiel.

Die Buchung der Flüge über KIWI.com erwies sich nach ursprünglicher Recherche bei Tripadvisor als besonders interessant, zumal als Neuseelandfan der Name schon eine positive Stimmung erzeugte. Die Suche und Buchung einer Unterkunft erledigte ich, wie am liebsten immer, über BOOKING da ich bisher ausnahmslos gute Erfahrungen mit dem Buchungsprozess, der Bezahlung und im Bedarfsfall einer Stornierung gemacht habe. Zudem sind die veröffentlichten Bewertungen und Fotos zu den jeweiligen Unterkünften sehr authentisch und helfen bei der Entscheidung. Ich lese dabei immer auch einige der schlechten Bewertungen, um einen ausgewogenen Eindruck zu bekommen.

Tag 1, Montag, 27.01.2020, Berlin – Gran Canaria – El Hierro / La Restinga

Wenn man ans Ende der antiken Welt reisen möchte, dazu später mehr, muss man früh aufstehen. Um 04 Uhr vibrierten unsere Uhren, eine Stunde später wartete das Taxi nach Schönefeld.

Dieser Flughafen ist schon etwas Besonderes, wenn man völligen Verzicht auf Geschmack und Ästhetik bevorzugt. Es ist schon peinlich für Berlin, dass man in einem Blechhaus auf den Abflug wartet.

„Blechpalast“ – Terminal D

Der Flug mit Ryanair verläuft sehr angenehm, auch wenn die Beinfreiheit in der Economy sehr begrenzt ist. Die Maschine wirkt sehr gepflegt und sicher, auch wenn es über das Logo der Gesellschaft (siehe Link) geteilte Meinungen gibt. Ich überlasse es den Betrachtenden.

Die Landung und der Zwischenstopp auf Gran Canaria verlaufen ohne Probleme. Da wir unser Gepäck selbst für den neuen Flug einchecken müssen, sind wir froh, genug Zeit zu haben, um auch noch eine kleine Kaffeepause einlegen zu können.

SOHO CAFÉ

In einer hübschen Propellermaschine geht’s dann weiter in Richtung El Hierro. Dank des guten Wetters haben wir unterwegs einen guten Blick auf Teneriffa mit dem berühmten Teide sowie auf El Hierro, bevor wir den ersten Fuß auf den Boden setzen.

Pico del Teide auf Teneriffa
Landeanflug auf El Hierro
Entladung unserer Maschine

Beim Abholen des Mietwagens bei Cicar fragt man sich, warum es nicht immer so unkompliziert funktioniert. Bis auf die Vorlage des Führerscheins ist nichts erforderlich. Wir bekommen einen Umschlag mit dem Schlüssel und Vertrag, das war’s.

Cicar am Flughafen

So können wir ohne echte Verzögerung die Ankunft genießen und entspannt nach La Restinga im äußersten Süden der Insel fahren.

Leider nicht unser Mietwagen ☹️

Die Fahrt führt uns vom Flughafen im äußersten Nordosten (östlich von Tamaduste) einmal längs über die Insel in den tiefsten Südosten, dauert aber nur knapp eine Stunde, sodass wir noch bei gutem Licht gegen 17:30 Uhr ankommen.

Blick auf die Nordküste bei Tamaduste
Typischer Nebelwald im Hochland (1000 m über Meeresspiegel)
Ankunft in La Restinga

Wir sind auf Anhieb begeistert, denn der Ort schmiegt sich malerisch an den hübschen Hafen und alles wirkt sehr entspannt. Wir checken in unser Hotel Sur Restinga ein und erleben den ersten Sonnenuntergang. Bei einem Spaziergang lernen wir einen kleinen Teil des Hafens kennen und finden das Restaurant Bar Mar de Las Calmas direkt am Hafen. Der erste frische Fisch.

Hotel Sur Restinga
Blick von unserer Terrasse
Willkommen im Paradies
Hafen mit Mauer
Baum, Mond und Venus

Tag 2, Dienstag, 28.01.2020, La Restinga

La Restinga ist eine kleine urbane Oase inmitten einer absolut phantastischen Mondlandschaft, mit riesigen Lavafeldern, Kratern und Vulkankegeln am südlichsten Punkt von El Hierro. Somit befindet man sich am südlichsten Punkt Spaniens und Europas. Bei der Fahrt fragt man sich unentwegt, wie jemand auf die Idee kommen konnte, hier eine Siedlung einzurichten. Tatsächlich wurde diese Region vom Meer aus erobert, da gestrandete Seeleute hier einen Ort der Rettung fanden. Das Ganze fand auch erst in den letzten 100 Jahren statt, entscheidende Veränderungen sogar erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

La Restinga und Umgebung aus Satellitensicht

Wir beginnen die Erkundung des Ortes mit einem gemütlichen Frühstück in einem echten „Saftladen“, der Zumeria La Restinga. In wirklich authentischer Atmosphäre inklusive einer angenehm mürrischen Patronin genießen wir den ersten Café con Leche und riesige Scheiben gerösteten Weißbrotes mit Konfitüre. Wir sitzen vor dem Café mit Blick in Richtung Hafen und man möchte es eigentlich immer genau so haben.

Zumeria La Restinga
Treffpunkt der Bewohner und Besucher von La Restinga
Blickrichtung Süden: Hafen
Blickrichtung Norden: Mondlandschaft
Blickrichtung Osten: Dorfplatz
Blickrichtung Westen: Gehweg-Terrasse
Es funktioniert!

Nachdem wir in Ruhe die Ruhe genießen konnten, spazieren wir durch den Ort und am Hafen entlang. Es ist sehr beschaulich und ursprünglich, trotzdem nicht altmodisch. Es erinnert ein bisschen an Dänemark, wo man einsam auf einem Deich steht, weit und breit nichts und niemand zu sehen ist, man aber LTE auf dem Handy hat.

Hafen-Bucht

Die Seeluft macht Appetit, so dass wir suchen und ein gemütliches Restaurant mit Blick aufs Meer finden. Wir beobachten dabei die Ankunft eines sehr schönen Segelschiffes unter schwedischer Flagge.

Segelschiff, Marina, Werft und Fischhalle

Nachdem wir im Tasca La Restingolita, zur Bedeutung des Namens später mehr, unser erstes Fischessen genießen konnten, machen wir eine schöne Erkundungstour rund um den Ort, am Hafen entlang und bis zum Südpunkt auf der riesigen Kaimauer. Bei der aktuellen guten und weitgehend ruhigen Wetterlage kann man sich kaum vorstellen, dass die Wellen ein solches Bollwerk erfordern. Ein paar Tage später wissen wir, dass die Architekt*in sicher nicht übertrieben hat.

Punta de los Saltos
Vulkankegel
Hafenmauer – 400 Meter Länge, 8 Meter Höhe und 10 Meter Breite
30.000 Kubikmeter = 100.000 Tonnen Stahlbeton und Stein
Südzeichen – südlichster Punkt Europas
Abendessen …

Zum Abendessen gehen wir in das nette Restaurant La Refugio im Ortskern und genießen wiederum fangfrischen Fisch. Als wir nach Hause, also in unser Hotel gehen, ist die Sonne schon im Meer versunken.

Tag 3, Mittwoch, 29.01.2020, El Pinar & südliche Ostküste

Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und angenehmer Wärme, sodass wir im aller Ruhe zur Hafenpromenade spazieren und direkt am Wasser in der Bar Mar de Las Calmas etwas frühstücken wollen.

Bar Mar de Las Calmas

Angesichts der Uhrzeit (12:30) scheint die Frage danach etwas zu verwirren, da hier offenbar vor allem „Lerchen“ unterwegs sind und das klassische Frühstück ohnehin eher die Ausnahme darstellt. So finden wir eine sehr schmackhafte Variation aus Käse und Käse, kalt und warm mit etwas Brot. Da wir keine Eile haben, laufen wir danach noch zu unserem Saftladen, um einen leckeren frischen Saft zu genießen.

Frühstück mit Blick

La Restinga gilt als einer der besten Tauchspots der Welt und selbst unter Kennern als echter Höhepunkt in Anbetracht der Artenvielfalt und vulkanischen Untergründe. Erstaunlich eigentlich, dass nicht auch noch irgendwo ein Wrack zu finden ist.

In aller Ruhe machen wir uns schließlich auf den Weg in Richtung Norden und Osten.

Die erste Station führt uns zum Zentrum für vulkanologische Erklärung. Dort kann man Videos zur Entstehung der Kanaren und vulkanischen Aktivität der Umgebung sehen.

Volcanological Interpretation Center
Autschn ….. so barfuß?

Insbesondere der Unterwasserausbruch eines Vulkans einige hundert Meter vor La Restinga im Jahr 2011 wird beschrieben. Damals musste der Ort evakuiert werden. Als typische Folge fanden sich unzählige Brocken erstarrter Lava, die auf dem Wasser trieben und „Restingolitas„, einer Wortschöpfung als Kombination aus dem Ortsnamen und Stein, genannt werden.

Restingolito
Bild: EL NATERO: LAS RESTINGOLITAS DE EL HIERRO
cnaiescruzsanta.blogspot.com

Wir fahren weiter Richtung Norden, durch El Pinar und machen dort im Restaurante El Sabinar eine kleine Kaffeepause. Danach geht es weiter durch herrliche Pinienwälder, die, auch dank der Rinde und weiten Abstände, wunderschön hell sind.

Unser nördlicher Zielpunkt ist der Mirador de Las Playas, ein phantastischer Aussichtspunkt mit Blick über die Steilküste im südlichen Osten.

Aus 1000 Meter Höhe sieht man in der Tiefe den Bonanza – Felsen, eine bogenförmige Felsformation vor der Küste. Die Herkunft des Namens konnte ich nicht sicher recherchieren. Das Wort selbst bedeutet soviel wie Goldgrube oder Glücksfall.

Bonanza-Felsen

Auf dem Rückweg fahren wir direkt nach El Pinar, dem drittgrößten Ort der Insel und durchqueren dabei herrliche Landschaften.

Wir erklimmen einen Aussichtspunkt, den Mirador de Tanajara direkt oberhalb der Stadt mit Blick über den gesamten Südosten der Insel.

Blick vom Mirador de Tanajara Richtung Südosten

Nachdem wir unser Frühstück für den nächsten Tag eingekauft haben, streifen wir durch die Stadt El Pinar – Tabique. Sie ist wirklich sehr malerisch, gepflegt, aber überhaupt nicht touristisch. Die Herreños, so nennen sich die ursprünglichen Einwohner, leben hier. Es ist erstaunlich, wie unberührt vom schrecklichen Massentourismus diese ganze Region geblieben ist.

Wandgemälde

Wir schaffen es gerade so zurück zum Sonnenuntergang und genießen anschließend den leckersten Salat und Fisch.

Tag 4, Donnerstag, 30.01.2020, Südwesten, Sabinar, Nullmeridian, Leuchtturm

Der Tag beginnt wieder mit strahlendem Sonnenschein. Nachdem wir uns am Vortag mit frischem Obst, Käse, Joghurt und Brot versorgt haben, steht einem Frühstück auf der herrlichen Terrasse mit Blick auf den Hafen nichts im Wege!

Da wir auf gutes Licht bei der Fahrt spekulieren, fahren wir erst am frühen Nachmittag los. Die Straße führt in luftiger Höhe an der Südflanke der vulkanischen Bergkette entlang. Man hat die ganze Zeit herrliche Ausblicke auf die Küste, Wälder und das Meer. Die Route erweist sich als echter Höhepunkt, den man nicht versäumen sollte.

Die erste Station auf der Route ist ein altes Kloster, das zwar besichtigt werden kann, aber trotzdem noch für religiöse Zwecke genutzt wird. Es liegt in traumhaft schöner Umgebung fast am Ende der Welt.

Santuario Insular de Nuestra Señora de los Reyes

In unmittelbarer Nähe befinden sich Höhlen in ehemaligen Lavablasen, die von Hirten als Unterschlupf genutzt wurden.

Neuer Bewohner

Weiter geht‘s in nördlicher Richtung nach El Sabinar. Es handelt sich hierbei um eine ausgedehnte Region mit Wacholderbäumen, die vom ständigen Wind quasi zu Boden gedrückt wurden und dann so ungewöhnlich weiter wachsen. Die Bäume sind das Wahrzeichen von El Hierro.

El Hierro-Falke
Kolkrabe – ohne diese Vögel gäbe es keine Wacholderbäume, denn die Keimlinge müssen erst gefressen und fermentiert, aber intakt wieder ausgeschieden werden – Natur im Verbund!

Weiter geht’s in Richtung Süd-Westen

Vom Hochplateau hat man einen phantastischen Blick über die Küste mit dem markanten Leuchtturm.

Faro de Orchilla

In unmittelbarer Nähe des Leuchtturmes befindet sich der ehemalige Navigationspunkt des Nullmeridians. Bis zur Festlegung durch eine Kommission Ende des 19. Jahrhunderts, dass dieser nach London / Greenwich verlegt wird, war hier das Ende der Welt, der Nullmeridian.

Das Ende der antiken Welt – Monument für den früheren Nullmeridian

Auf halber Strecke zum Leuchtturm kann man das Auto stehen lassen und ca. 1,5 km durch absolute Mondlandschaft in sengender Sonne zum Ende der Welt laufen. Hier hat man dann auch kein LTE mehr 😉

Am Ende der Welt – Nullpunkt

Das letzte Stück bis zum Leuchtturm kann man wieder mit dem Auto zurücklegen. Eine schöne Anlage mit beeindruckender Aussicht.

6000 Kilometer Ozean bis Kuba

Die Rückfahrt ist genauso spannend wie die Hintour, da die Strecke völlig anders wirkt. Das Licht ist toll, sodass man die Küstenlinie gut sehen kann.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder in La Restinga. Abendessen genießen wir im Restaurante Casa Juan

Tag 5, Freitag, 31.01.2020, La Restinga & Südwestküste

Der Tag beginnt wieder voller Sonne. Da eine Woche Urlaub auch anstrengend werden kann, wenn man dauernd unterwegs ist, beschließen wir, einen Sonnen-Tag vor Ort und später an einem natürlichen Felsen-Pool in der Nähe zu verbringen. Zudem haben wir beschlossen, den Standort nochmal zu wechseln, da die Entfernung zur Golfregion relativ groß ist und wir mit Glück auch noch ein Zimmer im (ehemals) kleinsten Hotel der Welt bekommen haben. Deshalb müssen wir vor unserer Weiterfahrt unbedingt die Fischhalle inspizieren, aus der unsere täglichen Abendessen stammen.

Abendessen…
Abendessen…
El Vivero – ehemalige Lavablase, die über einen unterirdischen Kanal mit dem Meer verbunden ist und als „Aufzuchtstation“ für Jungfische dient
Hafenbehörde
Der Chef des hiesigen Fischmarktes – verkauft an die Restaurants und Einwohner von El Hierro sowie nach Teneriffa und Gran Canaria
Hafenpolizei bei der Mittagspause

Nachdem wir genug Sonne getankt, den Fischmarkt und den Rest der Stadt erkundet haben, fahren wir in Richtung Nord-Westen ein Stückchen weiter an die Küste. Dort befindet sich einer von mehreren sogenannten Natur-Pools, bei denen das Meer durch Felsen teilweise oder ganz und je nach Tide abgeschlossen wird und ein natürliches Becken bildet.

Playa de Tacorón
Natürliches Meersalz
Felslücke – sehr lokalpatriotisch
Faro de Orchilla
Süße Abendbegleitung – es gab Thunfisch!
La Restinga – Blick von der Kaimauer
Das spezielle Licht blendet kaum, sodass die Umweltbelastung („Lichtsmog“) deutlich geringer ist

Tag 6, Samstag, 01.02.2020, La Restinga, Playa de Tacorón, Fahrt ins Golf-Tal

Der letzte Tag in La Restinga, dieser kleinen menschlichen Oase, umgeben von einer bizarren schroffen beeindruckenden unwirklichen wunderschönen Mondlandschaft am Ende der Welt. Der Morgen gehört dem Aufgang der Sonne und diesem einzigartigen Licht, das sich innerhalb von Minuten, manchmal sogar noch schneller, verändert. Die exponierte Lage des Ortes an der südlichen Spitze der Insel ermöglicht es, sowohl den Auf- als auch Untergang in beeindruckender Kulisse und dem Meer als Hintergrund zu erleben. Ich kenne keinen zweiten Ort, wo dies so wäre.

Punta del Rio
Fahrendes Fischerboot
Liegendes Fischerboot

Nach diesem atemraubenden Erlebnis ist es spannend, zu beobachten, wie auch der Ort aus seiner Nachtruhe erwacht. Das ruhige Wetter lässt einen diese Illusion erleben, denn bei Sturm schläft hier wahrscheinlich niemand?!

Vorbereitung der „Langleinen“ für Thunfisch
Er hat hier wenig zu tun!

Ein Abschied vom Südwesten wäre nicht komplett ohne erneuten Besuch an der Playa del Tocerón bei Ebbe.

Playa del Tarocón
Mar de las Calmas
Punta de la Palometa mit Faro de Orchilla
Sicht aus 500 Meter Entfernung!
Bananenplantage – zum Windschutz unter Leinen versteckt
18 °C
Cliffhanger
Sonnenterrasse
Techtelmechtel
Die Flut kommt …
„Katzen-Felsen“

Obwohl man diese phantastische Gegend nur ungern verlassen möchte, fahren wir los, denn es erwarten einen auf der anderen Seite der Berge weitere Höhepunkte. So treten wir die kleine Reise in Richtung Norden an.

Nach einer halben Stunde erreicht man den Mirador de Jinama, einen Aussichtspunkt direkt an der Kante der Berge mit spektakulärem Blick über das Golf-Tal. Direkt daneben hat ein Hirte seine Weide mit Schafen und Hund. Er demonstriert ganz souverän, wie er die Tiere im Griff hat, auch wenn er sehr oft und laut rufen muss.

Sie standen fast 10 Minuten so da, ohne sich zu rühren …
… bis sie beide wieder da waren!
Ermita de la Caridad
Blick vom Mirador de Jinama auf das Golf-Tal

Nach diesem beeindruckenden Ausblick führt die Route zunächst wieder etwas nach Nord-Osten ins Inselinnere.

Über kleinere, teilweise unbefestigte Strassen erreicht man schließlich Informationszentrum und Nationalpark „Garoé Baum

Das besondere am „Baum Garoe“ ist die Fähigkeit, die Feuchtigkeit aus der Luft, insbesondere bei Nebel, durch Kondensation effektiv herauszufiltern und auf und in den Boden zu leiten. Auch wenn dieses Phänomen natürlich seiner eigenen Versorgung diente, war es viel mehr Wasser als er selbst benötigte, so dass die Menschen sich das über Jahrhunderte nutzbar machen konnten. Auf diese Weise wurde über lange Zeit der Wasserbedarf der Insel gedeckt. Die Bedeutung des Baumes zeigt sich auch darin, dass er Teil des Wappens ist.

Baum Garoé
Natürliches Wassersammelbecken

Die Route führt wieder zurück in Richtung Westen.

Auf dem Weg liegt eines der exklusivsten Restaurants der Insel an einem der spektakulärsten Aussichtspunkte in schwindelerregender Höhe an der Felskante.

Blick vom Mirador de La Peña auf das Golf-Tal

Der Mirador de La Peña wurde vom Künstler César Manrique als exklusiver natürlicher Wohnraum aus Lavagestein geschaffen. Es fügt sich sehr harmonisch in die Umgebung ein. Manrique hat zwar insbesondere auf Lanzarote seine Spuren hinterlassen, aber hiermit auch einen Höhepunkt der Architektur und Landschaftsgestaltung auf El Hierro geschaffen.

Gute Integration
Dank der natürlichen Materialien und Pflanzen im Innenraum herrscht ein unglaublich angenehmes Klima
Essen mit Blick

Nach diesem optischen und lukullischen Höhepunkt führt die Route zunächst ein Stück nach Norden, um dann in einem Tunnel wieder zurück entlang der Küstenlinie durch den Berg zu führen. Das Hotel liegt ja relativ weit nördlich in Bezug auf das Golftal, sodass man schnell vor Ort ist.

Hotel Puntagrande
Hotel Puntagrande – Liebe auf den ersten Blick
Empfangsbereich

Die Ankunft im Hotel ist zunächst etwas kurios, da ein Mitarbeiter uns wohl für Schaulustige, aber nicht die Mieter der Admirals-Suite hält. Möglicherweise hat meine wirklich ungehemmte kindliche Freude beim Anblick all dieser herrlichen Räumlichkeiten und großartigen Einrichtungsgegenstände erheblichen Anteil an seinem Eindruck. Irgendwann geben wir uns aber zu erkennen und bekommen den Schlüssel. Das witzige ist, dass er der Koch des Hauses ist und nur auf uns gewartet hat, da die Rezeption tagsüber außerhalb der Restaurantzeiten, also zwischen 16 und 19 Uhr, nicht besetzt ist.

Restaurant – Blickrichtung Südwesten
Restaurant
Kommt wohl auf den Kapitän an … 😉
Zudem kann der Kapitän jederzeit bei entsprechender Situation vom 1. Offizier seiner Funktion enthoben werden …
Aufstieg in die Admirals-Suite
Himmelbett mit dem echten blauen Himmel über dem Bett!
Admirals-Suite, Blickrichtung Westen
23:53 Uhr

Wie soll man eine objektive Bewertung schreiben, wenn man sein Traumhotel auf seiner Trauminsel an einem traumhaften Ort gefunden hat?! Das Hotel Puntagrande ist genau das! Liebe auf den ersten Blick! Und da ist Objektivität nicht angebracht.

Das ist also natürlich eine richtig subjektive Beschreibung, aber mit reichlich objektivem Hintergrund.

Das Hotel ist ein wunderschön ausgebautes ehemaliges Hafengebäude, gestaltet im maritimen Stil mit vielen authentischen Ausstellungsstücken und entsprechendem Ambiente. Alles ist beispiellos sauber und mit Liebe zum Detail gestaltet und gepflegt, die beiden Chefs des Hauses und Mitarbeitende sind in besonderer Weise besonders freundlich, die Küche ist exquisit, das Frühstück exzellent, die Lage einmalig!

Natürlich ist der Preis absolut verrückt. Die 4 normalen Zimmer sind stilvoll und funktional eingerichtet, denn das Meer ist hier der Star. Aber wenn schon, denn schon! Es lohnt sich, wenigstens 2 Tage in der exklusiven „Admirals-Suite“ zu verbringen. Man hat das gesamte Dach mit 2 riesigen Terrassen und der dazwischenliegenden Suite zur persönlichen exklusiven Nutzung. Die Wellen tosen um den Felsen und man muss sich nur entscheiden, an welcher Stelle man dabei zuschaut.

Das Hotel ist mit allem, was es ausmacht, Exklusivität, Qualität, Nachhaltigkeit, Individualität, purer Luxus!

Tag 7, Sonntag, 02.02.2020, Rundfahrt durch das Golftal bis zur Westspitze von El Hierro

Der Sonntag beginnt mit einem herrlichen Frühstück im Hotelrestaurant. Glücklicherweise ist die Uhrzeit nicht verhandelbar, denn sonst würde man wahrscheinlich den halben Tag verpassen! So sitzen wir also um kurz nach 09 Uhr mit Blick auf das Meer und genießen kleine Köstlichkeiten und den besten Kaffee der Insel!

Warum sollte man so einen herrlichen Ort freiwillig verlassen? Zumindest nicht so schnell, denn die Ost-Terrasse bietet ab 10:30 Uhr ideale Sonnenverhältnisse! Und auch wenn es sich ziemlich dekadent anfühlt, den Besuchern des Felsens, auf dem das Hotel steht, auf den Kopf zu schauen! Es ist ein herrlicher Ort! Und wenn man auf der Terrassse in der Sonne liegt, sieht man ohnehin niemanden 😉

Angler am Punta Grande

Es gibt in diesem Moment eigentlich nur ein Problem …Die Wellen schlagen so phantastisch an die Küste, dass man nicht aufhören kann, diesem Naturschauspiel zuzuschauen.

Warnhinweis: Es folgen zahlreiche Fotos mit den verschiedensten Wellenmotiven. Selbst bei kritischer Auswahl bleiben immer noch sehr viele übrig. Die Aufnahmen entstanden innerhalb von 2 Stunden, in denen sich Licht und Tide ständig änderten. Das ist tatsächlich ein kleiner Wellenrausch …

Irgendwann muss man sich dann doch lösen, auch wenn es nie langweilig wird. Es gibt aber auch woanders noch so viel zu sehen!

Die Route führt zunächst etwas ins Hinterland des Golftales. Hier finden sich einige Ortschaften und zahlreiche Plantagen für Obst. Als erstes erreicht man La Frontera, den größten Ort im Golftal und namensgebend für die gesamte Region. Hier leben die meisten Menschen, befinden sich zahlreiche Geschäfte, unter anderem der bekannte Sonntagsmarkt „Mercadillo“ sowie das touristisch wirkende Viertel Tigaday.

La Frontera (im Hintergrund links Insel La Palma)
Parroquia de Nuestra Señora de Candelaria
Typische Tortenbäckerei – La Herreña

Die Fahrt geht weiter. Die Straße schmiegt sich an den Berg, so dass man zwar geschützt ist, aber trotzdem mit atemraubenden Blicken nicht gespart wird.

Blickrichtung Osten
Punta de Tejeguate
Blickrichtung Nord-Osten – Insel La Palma
La Palma mit Roque de Los Muchachos & Los Llanos de Aridane
Blickrichtung Westen
Punta Arenas Blancas – einziger weißer Sandstrand auf El Hierro …
Sieht schön aus, ist aber wegen der Strömung höchst gefährlich

An der Stelle, wo sich die Straße zunächst wieder in Richtung Küste wendet und dann sofort nach unten windet, hängt das verschlafene, aber sehr hübsche 300-Seelen-Dorf Sabinosa am Berghang. Namensgebend waren die Wacholderbäume (spanisch: Sabina) der Umgebung.

Sabinosa

An der Küste angekommen, zieht die Straße zwischen tosenden Wellen auf der einen und der steil aufsteigenden Felswand entlang. Monströse Stahlnetze sollen den Abgang riesiger Felsbrocken vor Erreichen der Straße aufhalten. Dieser Anschnitt der Küste heißt „Baja del Peje“, was soviel wie schreckliche Bucht heißt.

Baja del Peje – schreckliche Bucht …
Was auch immer hier genau verboten ist …
man sollte einfach nur weiterfahren …

Nachdem diese kritische Passage geschafft ist, erreicht man die Westküste. Immer wenn man meint, die Landschaft könne nicht mehr anders werden, biegt man hier um die Ecke und erlebt eine Überraschung.

Punta de Arena
Arco de la Tosca

Bevor die Straße sich am äußersten westlichen Punkt der Insel wieder den Berg hinauf windet, ist eine gute Stelle, um zu wenden und die Rückfahrt an der Küste entlang zu starten.

Im Laufe der Zeit hat sich bewährt, jede schöne Strecke in beiden Richtungen zu absolvieren. Die gegensätzliche Blickrichtung eröffnet tatsächlich völlig unterschiedliche Perspektiven, zumal auch das Licht immer verschieden ist.

Standort: Baja des Peje, südlichster Punkt des Golftales
Blick auf Roque de Salmor, nördlichster Punkt des Golftales
Mond und Trockenbaum

Die erste Station auf der Küstenroute ist „Charco Azul“, was soviel wie blaues Wasserloch bedeutet. Letztlich sind das natürliche Wasserbecken, die durch einen Wall vom offenen Meer getrennt sind, aber je nach Tide überschwemmt werden. In diesem Fall ist das Ganze auch noch teilweise vom Fels überdacht, sodass man in einer Art Höhle schwimmt. Das ist schon ziemlich cool, um es mal zu sehen. Aber echtes Badevergnügen stellt sich wohl nicht bei jedem ein 😉

Nach einem kurzen erfrischenden Bad, das man mit einem ziemlich anstrengenden steilen Ab- und Aufstieg bezahlt, geht es weiter Richtung Osten.

Nach einigen Kilometern erreicht man dann die Playa La Maceta sowie das dazugehörige Naturschwimmbad. Zunächst denkt man kurz, es könnte zu touristisch sein, denn für hiesige Verhältnisse sind relativ viele Menschen an einem Ort und die entsprechende Infrastruktur ist vorhanden.

Tatsächlich ist am Rand des Naturschwimmbades, das eine Kombination aus natürlicher Basis mit künstlicher Verstärkung darstellt, gar nicht soviel Platz. Trotzdem stört man sich kaum daran, denn das Spektakel im Schwimmbad, wenn die Wellen über den Rand brechen, ist viel zu groß. Ich konnte mir nicht vorstellen, welchen Spaß es machen kann, in der Brandung zu toben. Allerdings bietet die Mauer auch ausreichend Schutz, um der sonst unberechenbaren Strömung nicht ausgeliefert zu sein. Das ist Badespass pur. Auch wenn die Wassertemperatur nur bei 18°C liegt, kommt man nicht zum frieren.

Keine Spiegelung

Nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, wird es Zeit für die Rückfahrt ins Hotel. Es sind aber nur ein paar Kilometer, sodass auch noch Zeit für einen Licht-Blick von der Terrasse bleibt.

Beim Abendessen gibt es ungewöhnliche Gesellschaft. Wie es sich für ein richtiges Seafarer-Quartier gehört, sitzt ein kleiner Kakadu auf seinem Baum im Raum. Er macht ziemlich viel Quatsch, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Auf der Schulter seines Herrchens sitzend lässt er sich dann genüsslich den Hals kraulen …

Tag 8, 03.02.2020, Las Puntas, Rückflug El Hierro – Teneriffa (Nord) – Fuerteventura – Berlin (TXL)

Der letzte Tag auf dieser echten Trauminsel beginnt wieder mit einem grandiosen Wellenspiel. Das Licht ist so extrem, dass ich die Farben selbst fast nicht glauben kann. Grau, weiß, grün, blau in allen Schattierungen und in ständiger Veränderung mit zunehmendem Sonnenlicht.

Und dann, pünktlich zum Abschied rollte sie heran … Man konnte sie schon sehr zeitig erkennen, als sich das Wasser auf fast der gesamtem Sichtbaren Küstenlänge anhob … die perfekte Welle …

Die Fahrt zum Flughafen dauert nicht lange, die Rückgabe des Mietwagens geht noch schneller und ebenso unkompliziert wie die Abholung.

Die Sicherheitskontrollen sind hingegen sehr intensiv und auf internationalem Niveau. Nach der Aufnahme des Fotos unter diesem Text kam sofort ein Sicherheitsbeamter und wies mich auf das Verbot hin!

Abschied vom Paradies
Vorbeiflug La Gomera
Teide – Nordflanke

Der Landeanflug auf Teneriffa Nord wird seinem schlechtem Ruf gerecht. Heftige Scherwinde lassen das Flugzeug in der Luft tanzen. Man merkt aber, dass die Piloten ihr Handwerk verstehen und souverän mit der Situation umgehen.

Kaffeepause auf Teneriffa
Vorbeiflug Gran Canaria
Fuerteventura Süd
Zwischenstopp auf Fuerteventura
Start auf Fuerteventura
Ankunft in Berlin – TXL
Ende

Veröffentlicht von Alexander Bick

Persönliche Daten Name: Alexander Carsten Bick Titel: Dr. med. Geburtstag: 07.06.1969 Geburtsort: Berlin Anschrift: Thälmannstraße 49, 16348 Wandlitz Telefon: +491716262309 Email: alexanderbick@web.de Familienstand: verheiratet Schulbildung: 09/1976 – 08/1986 Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule, Berlin 09/1986 – 07/1988 Erweiterte Polytechnische Oberschule, Berlin Abschluss: Allgemeine Hochschulreife Wehrdienst: 08/1988 – 05/1990 Ableistung des Wehrdienstes in der DDR Berufspraktikum: 05/1990 – 10/1991 Krankenpflegepraktikum Rettungs- und Intensivtherapie Krankenhaus im Friedrichshain, Berlin Hochschulbildung: 10/1991 – 04/1998 Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Humboldt–Universität zu Berlin / Charité Zeugnis über die Ärztliche Prüfung Abschluss mit Gesamtnote „befriedigend“ (2,66) Promotion: 15.12.2006 Dr. med., Thema: „Entscheidungskriterien vor radikaler Prostatektomie“, Medizinische Fakultät Charité Berlin“ Lebenslauf Tätigkeit als Arzt im Praktikum: 01.06.1998 – 16.04.2000 Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain Tätigkeit als Arzt in Weiterbildung: 17.04.2000 – 31.03.2004 Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain 01.04.2004 – 31.03.2005 Chirurgische Klinik, DRK Kliniken Berlin Köpenick 01.04.2005 – 12.12.2005 Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain Tätigkeit als Facharzt für Urologie: 13.12.2005 Prüfung als Facharzt für Urologie und Kinderurologie, Ärztekammer Berlin 13.12.2005 – 31.03.2007 Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain 01.04.2007 – 31.12.2007 Oberarzt, Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain 01.01.2008 – 30.06.2019 Leitender Oberarzt, stellv. Chefarzt, Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain 01.07.2019 - 30.06.2020 Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“, Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB) Seit 13.07.2020 Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie, Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde Zusatzqualifikationen: 04.12.2013 Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie, Ärztekammer Berlin 17.11.2018 Fachkunde im Strahlenschutz (Aktualisierungskurs) 11.10.2008 Sachkunde für Laserschutzbeauftragte (Fachbereich Urologie) Berlin, den 03.04.2021

4 Kommentare zu „El Hierro – 27.01. bis 03.02.2020

  1. Hallo Diggi, bin einmal durch eure Beiträge zum Thema „Kurzurlaub“, es ist sagenhaft, was man in einer Woche alles sehen und erleben kann! Als ’nur‘ Leser (leider), hab ich schon Mühe die Eindrücke zu verarbeiten! Was für ein Glück für uns, dass ihr das für uns mitgebracht habt! Dafür bedanke ich mich wirklich aus ehrlichem Sinn für solche Schönheiten der Natur! Da schau ich wohl noch öfter mal wieder rein, bis ich glaube, da bin ich doch selbst dabei gewesen! DANKE, DANKE
    Ma

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